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Was sind Altlasten?

Unter Altlasten versteht man im Immobiliensektor Verunreinigungen der Flächen durch Gefahrenstoffe. Wurden an einem Grundstück Altlasten identifiziert, werden diese in dem zuständigen Register, auch Altlastenkataster genannt, aufgeführt.

Gemäß dem Bundes-Bodenschutzgesetz wird bei den Altlasten zwischen Altablagerungen und Altstandorte differenziert. Altlasten in Form von Altablagerungen umfassen gemäß § 2 Abs. 5 S. 2 BBodSchG stillgelegte Abfallbeseitigungsanlagen wie beispielsweise eine stillgelegte Müllverbrennungsanlage. Zusätzlich bezieht sich der Paragraph auf weitere Grundstücke, die dem Zweck der Behandlung oder Lagerung von Abfallstoffen gedient haben. Hierzu lassen sich z.B. stillgelegte Wertstoffhöfe zählen. Im 2. Absatz des genannten Paragraphen wird der Begriff der Altlasten weiter ausgedehnt, indem Grundstücke stillgelegter Anlagen sowie weitere Grundstücke, auf denen mit umweltschädlichen Stoffen gearbeitet wurde, hinzugezogen werden. Hiervon ausgenommen sind sämtliche Grundstücke und Anlagen, die im Zusammenhang mit dem Atomgesetz stehen, da diese besonderen Auflagen und Regelungen unterliegen.

Wo und wie kann ich einen Auszug aus dem Altlastenkataster beantragen?

Wie viele weitere Auskünfte können Sie auch einen amtlichen Auszug aus dem Altlastenkataster online über DocEstate beantragen. Sie profitieren dabei von unserem Rundum-Service. Der Antrag wird unmittelbar nach dem Bestelleingang erstellt und an das zuständige Amtsgericht weitergeleitet, um Verzögerungen bei der Bearbeitung zu verhindern. Selbstverständlich beschaffen wir zeitgleich die für den Antrag erforderliche Liegenschaftskarte sowie den Grundbuchauszug zum Nachweis des berechtigten Interesses. Rückfragen und Probleme bearbeiten wir für Sie. Anschließend werden Ihnen die amtlichen Dokumente als PDF online in Ihrem persönlichen Bereich bereitgestellt. Auskünfte aus dem Altlastenkataster setzen für die Beantragung den Nachweis eines berechtigten Interesses voraus.

Alternativ können Sie die Auskunft aus dem Altlastenkataster bei der zuständigen Abteilung Ihrer Gemeindeverwaltung beantragen. Eine Vielzahl der Gemeinden akzeptiert ausschließlich die Beantragung mittels Formular, welches unter Wahrung der Schriftform eingereicht werden muss. Beachten Sie auch, dass eine aktuelle Liegenschaftskarte für die Bearbeitung benötigt wird. Darüber hinaus sollten Sie einen aktuellen Grundbuchauszug sowie eine Kopie Ihres Personalausweises beilegen, um die Prüfung des berechtigten Interesses zu ermöglichen.

Wofür brauche ich einen Auszug aus dem Altlastenkataster?

Altlasten können nicht nur eine erhebliche Wertminderung eines Grundstückes oder einer Immobilie verursachen, sondern auch einen negativen Einfluss auf die Gesundheit nehmen. Die Kosten einer Altflächensanierung sind nicht zu unterschätzen, da deutlich mehr Aushub anfällt und dieser gesondert entsorgt werden muss. Aus den genannten Gründen fordert ein Großteil der Banken spätestens beim Abschluss der Finanzierung eine aktuelle Altlastenauskunft (Auszug aus dem Altlastenkataster), da ein Altlastenvorfall und die damit einhergehende Sanierung des Grundstücks starken Einfluss auf den Wert der Immobilie und somit den Beleihungswert nehmen kann. Um den wertemindernden Einfluss einer Altlast im Kaufpreis berücksichtigen zu können, sollten Sie bei einem realen Kaufinteresse eine Altlastenauskunft von dem Verkäufer fordern. Alternativ können Sie sich von dem Eigentümer bevollmächtigen lassen und die Auskunft aus dem Baulastenverzeichnis online über DocEstate beantragen.

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Was kostet eine Altlastenauskunft?

Die Kosten für den Auszug aus dem Altlastenkataster lassen sich nicht pauschalisieren, betragen aber durchschnittlich ca. 25 Euro für ein Grundstück zur Wohnbebauung. Die Spanne reicht von 0 bis 50 (seltener) Euro für ein Negativattest. Die Kosten für einen Positiv-Bescheid können weitaus höher ausfallen, werden allerdings wie der Negativattest teilweise kostenfrei erteilt. Meistens sind die Kosten für einen Positiv-Bescheid mit einem Maximalbetrag gedeckelt, der sich zwischen 600 und 800 Euro bewegt. Diese hohen Gebühren fallen i.d.R. ausschließlich bei Gewerbeimmobilien bzw. Immobilien mit Hektargroßen Grundstücken an. In gewissen Sonderfällen, z.B. bei Industriebrachen (Brownfields), können die Gebühren auch höher angesetzt werden.

Im Rahmen Ihres Immobilienerwerbes sollten Sie eine Altlastenauskunft beantragen. Die Kosten können Sie in der Regel grob mit 25 Euro pro Flurstück kalkulieren.

Altlastenauskunft Amtliche Gebühr
Negativattest (keine Altlasteneintrag vorhanden)  0 – 50 Euro
Positivbescheid (Altlasten liegen vor) 0 – 800 Euro

 

Das Muster einer Altlastenauskunft

Die Altlastenauskunft informiert Sie über vorhandene Altlasten bzw. den Verdacht von Altlasten auf dem jeweiligen Grundstück.  Die Stellungnahme erfolgt durch die zuständige Behörde. Liegen keine Altlasten vor erhalten Sie eine Negativattest. 

Die Informationen in der Altlastenauskunft geben Ihnen Anhaltspunkte zur Art und dem Ausmaß der Belastungen. Darüber hinaus erfahren Sie ob es Auflagen bzw. Einschränkungen im Rahmen einen möglichen Bau bzw. Umbaumaßnahme gibt. 

Liegen Altlasten vor, sollten Sie einen professionellen Dienstleister mit der Sanierung beauftragen. 

Das Muster einer Altlastenauskunft. Die Altlastenauskunft wird durch den Auszug aus dem Altlastenkataster erstellt.
Das Muster einer Altflächendatei, die Bestandteil einer Altlastenauskunft ist.

Das Muster einer Altflächendatei

Die Altflächendatei ist ein Informationsblatt aus dem Altlastenkataster, welches die wesentlichen Eckdaten eines mit Altlasten belasteten Grundstücks ” Altstandort” listet. Der Status der Gesamtfläche sowie die Koordinaten können einen ersten Überblick über das Ausmaß der belasteten Fläche verschaffen. In Manchen Kommunen wird zusätzlich zu der Altflächendatei eine Karte bereitgestellt, die den genauen Verlauf der Belastungen kenntlich macht.

Um den Kostenaufwand für die Sanierungsmaßnahmen abschätzen zu können, sollten Sie vor dem Erwerb mit der zuständigen Behörde und einem professionellen Sanierungsunternehmen Rücksprache halten. Der Kostenaufwand kann schnell mehrere Tausend Euro betragen und sollte im Kaufpreis Berücksichtigung finden.

Der Auszug aus dem Altlastenkataster: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wie lange dauert die Bereitstellung einer Altlastenauskunft?

Die Bereitstellung des Grundbuchauszugs erfolgt größtenteils auf Kreisebene, wodurch die Bearbeitungszeiten stark variieren. Die Bearbeitungsdauer ist stark vom Arbeitsaufkommen der verantwortlichen Stelle abhängig. Die Bereitstellung dauert im bundesweiten durchschnitt durschnittlich zwischen 2 und 6 Wochen. Abweichungen nach oben und unten sind dabei keine Seltenheit. Fehler im Antrag, wie beispielsweise eine fehlende oder falsche Liegenschaftskarrte sowie falsche Objektdaten verursachen zusätzliche Verzögerungen.

Ist die Sanierung von Altlasten belasteten Grundstücken zeitaufwendig?

Die Sanierung von Altlastenbefallenen Flächen kann zeitintensiv werden, da jede Sanierungsmaßnahme mit einer Detailanalye beginnt. Hierfür werden Bobenproben aus unterschiedlichen Erdschichten entnommen, um den Grad und die Tiefe der Belastung zu analysieren. Eine frühzeitige Analyse ist ratsam, um Verzögerungen und Terminabstimmungen im Bauprozess zu vermeiden. 

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Was passiert, wenn Altlasten auf dem Grundstück erkannt werden?

Grundstücke, die mit Altlasten belastet sind, müssen grundsätzlich saniert werden. Die dafür erforderlichen Maßnahmen stellen das Bundes-Bodenschutzgesetz und die Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung auf.

Die Sanierungsmaßnahmen können dabei kostspielig werden, da die Entsorgung des Aushubs um ein Vielfaches teurer ist, als die Entsorgung von unbelastetem Abraum. Informieren Sie sich in jedem Fall vor dem Grundstücks- bzw. Immobilienerwerb über das Vorhandensein. Sollte bereits ein Verdacht vorliegen, kann dies entscheidende Ausmaße auf den Grundstücks- bzw. Immobilienwert nehmen.

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Finde ich Einträge zu Altlasten auch im Grundbuch?

Nein. Informationen über mögliche Altlasten auf ihrem Grundstück können lediglich im Altlastenkataster der zuständigen Gemeinde eingesehen werden oder Online über DocEstate angefordet werden.

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