Leitungsauskünfte einholen

Alles was Sie wissen müssen
Bauherren, Bauunternehmen und Ingenieurbüros benötigen Leitungsauskünfte vor Erdarbeiten. Erfahren Sie hier alles, was Sie über Leitungsauskünfte wissen müssen – und wie Sie diese unkompliziert einholen.
Leitungsauskunft anfragen

Wofür werden Leitungsauskünfte benötigt?

Bauherren, Bauunternehmen und Ingenieurbüros benötigen Leitungsauskünfte vor Erdarbeiten. Diese Auskunft informiert über Versorgungsleitungen wie Elektroenergie, Fernwärme, Telefon, Gas oder Wasser, die unter Straßen, Wegen oder privaten Grundstücken verlaufen können.

Beschädigungen entstehen, wenn diese Leitungen bei Erdarbeiten nicht berücksichtigt werden. Eine rechtzeitige Leitungsauskunft schützt vor Personenschäden, Versorgungsausfällen und erheblichen Haftungsrisiken.

„Leitungsauskunft“, „Planauskunft“ und Co. – die wichtigsten Begriffe

Die Begriffe Leitungsauskunft, Planauskunft, Trassenauskunft, Spartenauskunft und Netzauskunft haben die gleiche Bedeutung. Sie informieren über die Lage von Rohren oder Leitungen eines Netzbetreibers und werden auf einer Karte abgebildet. Oft wird eine Schutzanweisung hinzugefügt.

Schachtschein / Erlaubnisschein

Erlaubnis des Netzbetreibers für Erdarbeiten in einem bestimmten Bereich, in dem Leitungen des Betreibers verlaufen.

Aufgrabemeldung

Gesonderte Anzeige des Baubeginns gegenüber dem Netzbetreiber.

Einweisungstermin

Der Leitungsverlauf wird vor Ort angezeigt und durch ein Protokoll dokumentiert.

Wie sind Leitungsauskünfte einzuholen?

Leitungsauskünfte sollten mindestens zwei Wochen vorher angefordert werden. Sie erhalten diese bei örtlichen Versorgungsunternehmen und Telekommunikationsdiensten. Die Kontaktaufnahme ist oft zeitaufwendig, da keine zentrale Behörde oder ein öffentliches Register aller Betreiber existiert.
  • Tiefbauamt der Gemeinde kontaktieren – dort erhalten Sie eine Liste der Versorgungsträger
  • Im Internet mit Begriffen wie „Planauskunft“ und dem Stadtnamen suchen
  • Bei bereits erreichten Netzbetreibern nachfragen, ob weitere Versorgungsunternehmen bekannt sind
  • Was muss ich bereitstellen?

    Benötigt werden ein übersichtlicher Lageplan sowie eine Liste mit den folgenden Angaben. Nach Erhalt der Leitungsauskünfte sollte eine Baumappe mit allen Dokumenten und Kontakten erstellt werden.
  • Projektname
  • Adresse der Baumaßnahme
  • Projektbeschreibung
  • Detaillierte Lagebezeichnung
  • Art der Tätigkeit
  • Art des Tiefbaus
  • Voraussichtlicher Baubeginn
  • Voraussichtliches Bauende
  • Auftraggeber des Bauvorhabens
  • Ausführendes Bauunternehmen
  • Planauskunft im Tiefbau

    Vor jeder Tiefbaumaßnahme muss bekannt sein, welche Leitungen im Baufeld verlaufen. Die Planauskunft bildet die Lage der Rohre und Leitungen auf einer Karte ab und wird in der Regel um eine Schutzanweisung des Netzbetreibers ergänzt.

    Da es kein zentrales Register aller Betreiber gibt, müssen sämtliche Versorger einzeln angefragt werden. Gelbe Schilderpfähle, blaue Tafeln für Wasser oder Merksteine weisen vor Ort auf weitere mögliche Leitungen hin.

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    FAQs

    Wie kann ich vor Ort prüfen, ob weitere Netzbetreiber existieren?

    Gelbe Schilderpfähle, blaue Tafeln für Wasser oder Merksteine weisen auf weitere mögliche Leitungen hin.

    Muss ich Leitungsauskünfte einholen?

    Ja. Nur durch ausreichende Information über die Lage der Leitungen kann sichergestellt werden, dass die Infrastruktur nicht zerstört wird. Bei Gas-, Strom- und Wasserleitungen ist besondere Vorsicht erforderlich.

    Was ist ein Schachtschein?

    Ein Schachtschein wird vom Netzbetreiber ausgehändigt und erteilt die Erlaubnis, in einem bestimmten Bereich, in dem Leitungen des Betreibers verlaufen, Erdarbeiten durchzuführen.

    Kann der Netzbetreiber das Aushändigen einer Leitungsauskunft verweigern?

    Nein. Der Netzbetreiber ist verpflichtet, Planauskünfte über seine Leitungen an berechtigte Anfragende herauszugeben.

    Wie viel muss ich für Leitungsauskünfte bezahlen?

    Einige wenige Versorger verlangen eine Aufwandsentschädigung, jedoch bieten die meisten Versorger diese Auskünfte kostenlos an – oft direkt auf Online-Portalen.

    Wie tief liegen Rohre und Leitungen?

    Die Tiefe variiert, beträgt aber grundsätzlich bei Kabel- und Gasleitungen ungefähr 60 bis 120 cm. Hausanschlussleitungen können höher liegen.

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